Der HP-15C als Emulator im Vergleich zum DM42 (und dem HP-15C LE (Limited Edition))

Der folgende Versuch wurde mit drei Taschenrechnern durchgeführt:

1. HP 15C LE (original Hewlett-Packard, Limited Edition)
2. HP-15C-Emulation auf Android (Test auf einem Huawei P20)
Siehe Fußnote 1!
3. DM42 (als Kontrollinstanz)
Siehe Fußnote 2!

Das folgende Programm wurde auf allen drei Rechnern ausgeführt
und die Laufzeit von Hand gestoppt.

Das Testprogramm:

LBL "SM"
STO 00
0
STO 01
LBL 01
RCL 00
ST+ 01
DSE 00
GTO 01
RCL 01
END bzw. RET (je nach Plattform)

Apropos Plattform: Der 15C kennt natürlich nur STO 1, aber nicht 
STO 01, hier müssen die Parameter einstellig sein.

Dieses Programm wurde verwendet von dem japanischen Youtube-Kanal 
tako labo:

https://www.youtube.com/channel/UCnT7aUkXTjYXP5STRHlUxSw

Das Programm berechnet die Summe aller natürlichen Zahlen von 
1 bis zum Startwert (siehe hierzu die Gaußsche Summenformel).

Beispiel:

Startwert = 5
Berechnung: 1
           +2
           +3
           +4
           +5
           --
           15

Für den ersten Performance-Test habe ich blauäugig einfach mal
folgendes gesetzt, weil sich etwas längere Laufzeiten schlicht
leichter messen lassen:

Startwert: 500.000,0 = 500 * 10^3

Unter Android benötigt das Programm 12s und gibt folgendes Ergebnis
aus:

1,25 * 10^11

Mantisse:

1250004897 (10 Stellen)

Somit erhalten wir ausgeschrieben

125.000.489.7??

Leider kann er nur auf 10 Stellen genau rechnen, daran hatte ich
nicht gedacht.

Der DM42 rechnet volle 5min und 48s und zeigt dieses Ergebnis:

125.000.250.000

Anzeigemodus ALL!

Der 15C LE rechnete über 10min, dann waren die (nicht mehr neuwertigen)
Batterien so gut wie leer, so daß ich abbrechen mußte. Der letzte Wert,
den ich beim Abbruch im Display vorfand, war 288.237, die restliche Lauf-
zeit hätte wohl im Bereich von Tagen gelegen. Im Batteriebetrieb ist er,
fürchte ich, überhaupt nicht in der Lage, dieses Programm zu Ende zu füh-
ren. Der LE ist bekannt für seinen sorglosen Umgang mit den Energievor-
räten seiner Batterien :)

Ursprünglich wollte ich mir einfach ein bißchen Spaß mit den Rechnern be-
reiten und war völlig von den Socken, mit welch blitzartiger Geschwindig-
keit die Emulation unter Android diese Berechnung ausführt! Einfach un-
faßbar!

Zweiter Versuch, um den Emulator im Bereich seiner Möglichkeiten zu
halten:

Ein Startwert von 90.000 ergibt 4.050.045.000, so daß wir hier mit den
10 Stellen hinkommen. Dafür benötigt der Emulator 2s, der DM42 50s. Der
LE ist auch hier so langsam, daß ich dafür den neuen Satz Batterien nicht
opfern wollte.

Unterm Strich bin ich absolut beeindruckt von der Emulator-App! Ich habe
keine Ahnung, welche Faktoren ausschlaggebend sind für die grandiose Rech-
engeschwindigkeit, aber sei's drum, eine absolut empfehlenswerte App. Mir
ist ein Rechner mit echter Tastatur lieber, aber für kleinere Anwendungen
unterwegs ist das Ding einfach nur super.

Die Genauigkeit des DM42 ist aber ein klares Alleinstellungsmerkmal unter
den Hardware-basierten Rechnern, und wenn man seine Vielseitigkeit und
Programmierbarkeit (und seine Interoperabilität mit dem PC) mit in Rechnung
stellt, ist er wahrscheinlich unschlagbar.

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Fußnoten:

(1) Das Programm findet sich im Google-Play-Store unter dem Namen
15C HP Scientific Calculator
und kostet momentan 5,99EUR.
Veröffentlicht wurde es von der AV Media Group.

Mit den spärlichen Angaben im Playstore konnte ich nichts über
die AV Media Group herausfinden. Es gibt unzählige Unternehmen,
die unter diesem Namen arbeiten bzw. firmieren.

Unter Developer findet sich:

58070 Morelia, MICH
México

Hier noch der Link auf die App:

https://play.google.com/store/apps/details?id=org.avmg.hp15c

(2) Der DM42 wird hergestellt von der SwissMicros GmbH:
https://www.swissmicros.com/